16. September 2021 und was folgt:

Am 16. September 2021 fand die von der Stadtverwaltung geplante Begehung des Mühltals statt.

Stadtblatt 18. Ausgabe vom 9. Juni 2021

Ab 17 Uhr trafen rund 100 interessierte Bürgerinnen und Bürger ein, die Fragen zu den städtischen Themen hatten. Es kam klar zum Ausdruck, dass die Mehrheit der Anwesenden die Forderung des „Aktionsbündnis zum Erhalt des Mühltalwaldes“ unterstützt und die Fällung von über 1000 Bäumen verhindern will.

Nach über dreistündiger Diskussion wurde vom Forstamtsleiter Dr. Ernst Baader ein Kompromiss vorgeschlagen: Fällungen zur Wegesicherung und von vorgeschädigten Fichten können in diesem Herbst vorgenommen werden. Die Laubbäume (vorwiegend Buchen) sollen vorerst nicht gefällt werden. Um das weitere Vorgehen festzulegen wurden noch Gesprächstermine zwischen Aktionsbündnis und Stadt vereinbart.

Wichtige Fragen sind die Dauer der „Hiebsruhe“ und die zukünftige Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Sie sollten auch an der Ausarbeitung der Zielvorstellungen beteiligt werden, um die Nutzung ihres Waldes gemeinsam festzulegen. Dabei stehen Klima-, Arten-und Gewässerschutz an erster Stelle, vor der wirtschaftlichen Nutzung.

Die Presseberichte zum 16.9.21 von Süd-West-Funk, Rhein-Neckar-Zeitung und Mannheimer Morgen (MaMo mit interessanter Fotostrecke!) können hier durch Anklicken angeschaut werden.

Das „Aktionsbündnis zum Erhalt des Mühltalwaldes“ sammelt weiterhin Unterschriften von UnterstützerInnen an den bekannten Sammelstellen, auf eigenen ausgedruckten Listen und beim Klimastreik am 24. September am Greenpeace Stand auf der Neckarwiese!

Beifall nach Abschluss der Veranstaltung vom 16.9.21 im Mühltalwald

Sie können auch gerne Kommentare in diese Webseiten schreiben!

Die Facebook– und Instagram-Seiten werden gerne besucht und können „geglimpft“ werden!

(glimpfen ist das Gegenteil von „verunglimpfen“, auf Neudeutsch auch „liken“ genannt)

5 Kommentare

  1. Hallo zusammen,

    das Wichtigste vorab:
    der Wald braucht keine Menschen, doch wir Menschen brauchen den Wald.
    Das muss jedem klar sein.
    Der Bereich in dem ein Großteil der Buchen gefällt werden soll, soll durch Eichen ersetzt werden. Im Dannenröder Forst wurde ein Teilstück mit neuen Eichen versehen, doch alle Neupflanzungen sind eingegangen. Und so wird es auch hier gehen. Ich bin der Meinung, das etwas für den Boden getan werden muss, weil der komplett frei ist. Also man könne von den Bäumen, die zur Wegsicherung gefällt werden müssen, alle Äste, Kronen und Laubwerk, so wie Todholz in den Buchenbereich verteilen, so dass das herunter fallende Laub liegen bleibt und somit auch die Nähstoffe erhalten bleibt. Und dadurch auch neuer Baumbestand sich selbst ansiedeln kann.
    Ich wäre Bereit mit zu Helfen und das sind bestimmt viel andere Waldschützer auch.
    Last die Bäume stehen
    Martin Augustin

  2. Ich setze voraus, dass mit „Biotope“ die Feuchtbiotope und damit die Teiche gemeint sind. Diesw sollen von der Sonne beschienen werden? Helligkeit brauchen die Biotope, aber direkte Sonneneinstrahlung wie sie in warmen Sommern wieder zu erwarten ist, verursacht ein zu starkes Algenwachstum, die Folge davon sind Sauerstoffmangel in den Teichen, Pflanzen und Tiere sterben, die Teiche verlanden. Schon im letzten Winter wurden Teiche „gepflegt“: sie wurden mit Baggern gesäubert, das sie umgebende Gestrüpp entfernt, auf den jetzt glatten Flächen wird jetzt schon Fahrrad gefahren und gespielt.

  3. Danke euch allen für den Widerstand gegen die Fällungen!
    Es freut mich sehr, dass ein Kompromiss bei der Info-Veranstaltung mit dem Forstamt ausgehandelt werden konnte. Wurde in dem Buchenstück, das uns gezeigt wurde, wirklich seit 24 Jahren nichts geschlagen? – vergleichen Sie den Mangel an Bodenbewuchs mal mit anderen Flächen, da war nicht mal Moos. Für die Behauptung, dass Buchen dem Klimawandel nicht gewachsen seien, hat das Forstamt keine Belege genannt. Weiß jemand da was? Bei „Terra X“ hieß es am Sonntag: Die Buche sei anpaßungsfähig. Totholz diene bei Hitze als Wasserspeicher für nachfolgende Baumgenerationen. Übrigens sind auch am Westhang des linken Bergflügels vom Mühlttal sehr viele Buchen zur Fällung markiert, die auf der Karte nicht eingezeichnet sind. Buchenholz ist wertvolles Holz, wird hier der Klimawandel instrumentalisiert?

  4. Auch wenn vordergründig durch die Entscheidung im Mühlwald Bäume (vorerst) bleiben dürfen, so zeigt doch der Begriff „Kompromiss“ auf mangelnde Einsicht. Die Bürger werden als emotional urteilende Laien wahrgenommen, die ihren Spazierwald auf ihre Sicht erhalten wollen. Aber der Fachforstrat Volker Ziesling hat in seinem Film die kompetente Begründung geliefert, dass mehr Komponenten beachtet werden müssen, als nur Waldpflege durch Lichtschaffung. Gerade die stärkere Kraft der Sonneneinstrahlung durch die Klimaveränderung braucht eher gegenteilige Maßnahmen, nämlich ein geschlossenes Blätterdach, unter dem ein natürliches Miteinander von jungen Bäumen, Buschwerk, Totholz (für Tiere und zur Humusbildung), aber auch von Farnen, Stauden wie drüsiges (rotes) Springkraut und Waldmeister einen kühlenden und Feuchtigkeit speichernden Bodenschutz bilden. Die Waldgebiete des Königstuhls mit Ausläufern bis Bammental und Wiesenbach haben einen solchen natürlichen Raum mit gesunden Bäumen.
    Es ist sicher gut, dass etwas Bedenkzeit gegeben ist, in der wachsam den Entwicklungen der Pflanzenneurobiologie gefolgt wird. Herr Wohlleben und Clemens Arvay haben den „Heilungscode“ der Natur zu erkennen begonnen, der nicht nur das kreatürliche Miteinander der Bäume, sondern auch die positiven Auswirkungen auf das Immunsystem des Menschen hat, der seinen Wald besucht.
    Eine Kritik möchte ich an die sogenannten Naturfreunde richten, die den Mühlwald mit ihren Holzstapeln zu kleinen Thingstätten und Tipis aus Ästen leerräumen. Gerade Bruchholz hilft, dass die Bodenoberfläche nicht erodiert und verhärtet. Auch das verhindert nämlich Feuchtigkeitsaufnahme. Was für einen Sinn macht es, wenn wir einen Wald erst seiner Natürlichkeit berauben und dann pädagogisch Kinder auf künstliche Weise wieder ihren Wald kennenlernen lassen. Sie sollen gerade in einer lila-Kuhwelt-Zeit natürliche Wälder kennenlernen und keine Baum-Disney-World…

  5. …übrigens waren 2 tage nach der begehung/ treffen, am 18.09. auf dem weg beim brunnen mindestens 5 buchen, durchmesser schätzungsweise zwischen 15-20 cm gefällt. es wurde eine bank aufgestellt, was ich auf diesem weg eine richtig gute idee finde! aber müssen deswegen 5 buchen weg??
    habe fotos gemacht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.