Ist die Ursache für den schlechten Waldzustand auf den gesunkenen Grundwasserspiegel und Waldschädlinge zurückzuführen?

Der Begriff „Schädlinge“ ist nicht gut. Schädlich bezieht sich niemals auf das Ökosystem, sondern ausschließlich auf Partikularinteressen des Menschen. Wälder sind selbstorganisierende Systeme, die auch Kalamitäten überdauern und anschließend im Rahmen der Sukzession wieder auf einen (vorläufigen) Endzustand hinstreben. Aus hessischen Forstkreisen kann man hören, dass selbst der Heldbock, nach dem Hirschkäfer unser zweitgrößter Käfer, als „Schädling“ bezeichnet wird.

Zutreffend ist der Hinweis auf sinkende Grundwasserspiegel. Auch hier nennt das Forstamt nur einen Teil der Wahrheit. Es gibt genügend Wälder, die auch ohne unmittelbaren Grundwasseranschluss in vitalem Zustand sind. Entscheidend ist die Wasserverfügbarkeit im Hauptwurzelhorizont erwachsener Bäume, der in 1,8 Meter Tiefe gemessen wird. Trotz ergiebiger Regenfälle der letzten Wochen gibt es in diesem Wurzelhorizont in der Oberrheinebene nach wie vor eine außerordentlichen Trockenheit. Tiefe Einblicke gibt hier der Dürremonitor des Umweltforschungszentrums Helmholtzinsitut. 

Hausgemacht, d.h. durch forstliche Maßnahmen ausgelöst, ist die hohe Auflichtung der Bestände durch intensive Durchforstungen, die Zerstörung des Porenvolumens im Boden durch Einsatz schwerer Maschinen und die nahezu vollständige Entfernung der Biomasse, die zugleich einen Wasser- und Nährstofflieferant darstellt.

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