Wird im Kreis Bergstraße zu viel Holz geerntet, so dass der Wald geschwächt wird?

Die Vielfalt der Stressfaktoren, insbesondere in den Wäldern der Rheinebene und der Vorbergzone, haben die Waldökosysteme an den Rand der Überlebensfähigkeit gebracht. Jeder Festmeter Holz, der geerntet werden soll, ist hier ein zusätzlicher Stressor. Wir empfehlen daher in der Rheinebene einen vollständigen Verzicht auf die Holznutzung und ein striktes Verbot der Befahrung mit Forstmaschinen. In den Mittelgebirgen empfehlen wir eine deutliche Reduktion der Hiebssätze auf die Hälfte des in den Forsteinrichtungswerken genannten Hiebssatzes. Durch die zahlreichen Kalamitätsausfälle sind nämlich in den vergangenen Jahren die geplanten Nutzungsanfälle vielfach durch Katastrophen erbracht worden.

Die Entnahme von Bäumen, „die kaputt sind“ ist sehr wohl ein massiver Eingriff in das System. Mit Ausnahme von Stickstoff, der überall im Überangebot vorhanden ist, sind die Nährelemente Kalium, Calcium, Magnesium und Phosphor Mangelware in unseren Waldböden. Diese Nährstoffe stecken in den Tothölzern und sind das Startkapital der nächsten Waldgeneration. Wenn das Forstamt Bergstraße, dieses Startkapital entnimmt, leiden die jungen Bäume, die in der Startphase ganz besonders auf dieses Angebot angewiesen wären.

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