Sollte es mehr Flächenstilllegungen geben? Warum?

Es gibt sogar eine gesetzliche Pflicht für weitere Flächenstilllegungen im Wald. In der Umsetzung einer EU- Richtlinie hat sich die Bundesregierung im Jahr 2007 verpflichtet bis zum Jahr 2020 5 % der Gesamtwaldfläche oder 10 % der öffentlichen Waldfläche stillzulegen. Mit dem Verstreichen dieser Frist zum Ende 2020 hat Deutschland noch nicht einmal die Hälfte der Flächenstilllegungen vollzogen. Gerade einmal 2,3 % der Waldfläche sind bisher stillgelegt. Die Bundesländer zeigen nach wie vor keine Bemühungen den gesetzlichen Auftrag umzusetzen. 

Neben dem Klimawandel ist der Verlust der Biodiversität die größte Herausforderung der Menschheit. Bereits eine Million Arten sind in wenigen Jahren unwiederbringlich verloren gegangen. Mit dem Verlust jeder Art besteht die Gefahr, dass Organismen auf neue Wirte überspringen, auch auf den Menschen oder seine Nutztiere und -pflanzen. Der Mensch muss also ein essentielles Eigeninteresse daran haben das Artensterben zu stoppen. In Wirtschaftswäldern wird auf die Artenvielfalt keine Rücksicht genommen. Allen Beteuerungen zum Trotz geht es um möglichst wirtschaftliche Aufarbeitung von Holz.

In stillgelegten Wäldern haben natürliche Prozesse wieder eine Chance sich zu etablieren. Solche unter Prozessschutz gestellte Wälder zeigen häufig schon nach wenigen Jahren überraschende Entwicklungen auf. Stillgelegte Wälder binden nebenbei auch den meisten Kohlenstoff, sind wegen ihres ästhetischen Wertes auch wertvolle Erholungswälder und leisten in Bezug auf Waldfunktionen, wie Immissionsschutz oder Bodenschutz deutlich mehr als ein vergleichbarer Wirtschaftswald.

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