Sind die Wälder in der Metropolregion Rhein-Neckar vergleichbar, was ihren Gesundheitszustand betrifft?

Alle Wälder in Deutschland leiden, wie die Waldzustandserhebung ergeben hat. Dies gilt in gleichem Maße für die Wälder der Metropolregion. Die Wuchsgebiete innerhalb der Metropolregion unterscheiden sich deutlich bezüglich Bodengüte, Höhenlage, Niederschlagsverhältnissen, Waldgesellschaften und der Intensität der forstlichen Nutzung. In Abhängigkeit von Umweltfaktoren und menschlichen Einflüssen, wie Holzeinschlag, Wassernutzung oder touristische Nutzung, unterscheidet sich der Gesundheitszustand.

Im Prinzip gilt der Grundsatz je intensiver die Nutzungsanforderungen an den Wald sind und je schlechter die Standortverhältnisse, desto stärker leidet der Wald. Den günstigsten Waldzustand findet man in den Wäldern im Odenwald. Ausgerechnet dort werden nun intensiv Buchenhölzer eingeschlagen und nach Fernost verkauft. Zurück bleiben aufgerissene Wälder, deren Resilienz gegenüber den Folgen des Klimawandels deutlich herabgesetzt wird.

Etwas ungünstiger sind die Standortverhältnisse im nördlichen Pfälzerwald. Im Käfertaler Wald und im Dossenwald sterben fast flächig die Kiefernbestände ab. Darunter breiten sich sogenannte Neophyten (Neuankömmlinge in der Pflanzenwelt) aus, die die potenziell natürliche Waldgesellschaft und deren Artenspektrum ersetzen. Nahezu irrational ist die forstliche Behandlung des Lampertheimer Waldes, für dessen Bewirtschaftung HessenForst zuständig ist. Die Intensivforstwirtschaft dort führt zu starken Auflichtungen, veränderten Einstrahlungsverhältnissen und höheren Verdunstungen, sodass der dortige Wald den Folgen des Klimawandels kaum etwas entgegenzusetzen hat.

Am nördlichen Rand der Metropolregion liegt im nördlichen Odenwald das Felsenmeer, eine der herausragenden Buchenwaldgebiete Deutschlands. Trotz hervorragender Wachstumsbedingungen ist dieses Paradies, das ein Naturdenkmal, Kulturdenkmal und Bodendenkmal in gleichem Maße ist, durch ungehobelten Tourismus und eine völlig unsensible Forstwirtschaft von HessenForst, existentiell bedroht.

Eine weitere Besonderheit, ein ökologisches Juwel sind die Reste der Rheinauenwälder. Die wertvollen Hochflutlehme begünstigen das Wachstum der Bäume in den Rheinauen. Auf der pfälzischen Seite gibt es Überlegungen dieses Naturerbe unter Prozessschutz zu stellen. Die Rheinauenwälder sind insgesamt die wohl stabilsten Waldgesellschaften im Hinblick auf die Folgen des Klimawandels.

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